Wissenswertes

Stifterverband zeichnet Konzepte innovativer Lehrerausbildung aus

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und die Stiftung Mercator haben die Sieger des Wettbewerbs zum Aktionsprogramm "Neue Wege in der Lehrerbildung" gekürt. Die Reformmodelle der Sieger werden über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert und wissenschaftlich begleitet.

Zu den wegweisenden Konzepten gehört "Standards - Profile - Entwicklung - Evaluation (SPEE)" der Universität Paderborn. Hierbei sollen zum einen alle Lehramtsfächer Standards erhalten, die sich mehr am Praxisbedarf orientieren. Die Studierenden erhalten daneben die Möglichkeit, sich ein individuelles Profil zu schaffen, dass sie neben dem reinen Unterrichtsstoff zusätzlich qualifiziert. Schwerpunkte sind Medienkompetenz, der Umgang mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schüler oder auch Gesundheitsförderung in der Schule.

Mit dem Münsteraner Projekt wurde die bundesweit erste Kooperation zwischen einer Universität und einer Fachhochschule im Bereich der Lehrerausbildung ausgezeichnet. Die Universität Münster übernimmt bei der Ausbildung der künftigen Berufskolleglehrerinnen und -lehrer die allgemeinbildenden Fächer und den erziehungswissenschaftlichen Anteil, die Fachhochschule Münster jene in den beruflichen Fachrichtungen.

Mit den Modellstudiengängen der Universitäten Bielefeld und Bochum wurde ein Konzept ausgezeichnet, in dem die Umstrukturierung des Lehramtsstudiums in eine konsekutive Lehrerausbildung mit Bachelor- und Master-Studiengängen erprobt wird. Ziel ist es zum einen, die Studienzeiten zu verkürzen, zum anderen soll die konkrete Berufswahlentscheidung junger Leute bis zum Abschluss des Bachelor- oder Master-Studiums offen gehalten werden. Dadurch soll es Studierenden ermöglicht werden, schnell und flexibler auf die tatsächliche Situation am Lehrer-Arbeitsmarkt zu reagieren, aber auch für andere Arbeitgeber attraktiv zu sein.

In Erfurt schreiben sich angehende Grundschullehrer im Baccalaureus-Studiengang für die Hauptstudienrichtung "Pädagogik der Kindheit" und eine Nebenstudienrichtung ein, die dann als Schwerpunktfach studiert wird. Das Schwerpunktfach ist darauf angelegt, dass alle Studierenden auch eine Befähigung für den Unterricht in diesem Fach über die Grundschule hinaus erhalten. Die BA-Absolventen sind somit Experten für fachliche Fragestellungen zur Bildung und Erziehung in der frühen Kindheit. Sie können mit dem BA-Abschluss bereits als Berater in diesen Fragen in Jugendämtern, für Bildungsfragen in Vorschule, Schule, Medien usw. oder als selbstständig agierende Berater für Familien tätig werden.

Auch in der Ausbildung von Regelschullehrern entscheiden sich alle Studierenden für eine Haupt- und Nebenstudienrichtung, die die fachlichen Grundlagen für zwei entsprechende Schulfächer in der Regelschule bieten. Das Studium im sechssemestrigen Baccalaureus-Studiengang bietet einen angemessenen Überblick über das entsprechende Fach. Es zielt auf Interdisziplinarität und auf die Aneignung eines breiten Basis- und Methodenwissen im Sinne eines Kerncurriculums sowie der notwendigen Schlüsselkompetenzen.

Entscheidet sich ein erfolgreicher BA-Absolvent für den Lehrerberuf, dann beginnt er ein Magister-Programm - Lehramt für eine bestimmte Schulart. Der dreisemestrigen MA-Studiengang umfasst fachdidaktische, fachwissenschaftliche und berufswissenschaftliche Anteile. In allen Semestern werden pädagogische bzw. fachdidaktische Praktika absolviert.
Durch eine enge Zusammenarbeit mit Vertretern der Studienseminare kann ein reger Austausch über Inhalte der ersten und zweiten Lehrerbildungsphase erreicht werden, der den MA-Absolventen den Übergang in das Referendariat überschaubarer gestaltet. Das Referendariat könnte damit ggf. um eine gewisse Zeit gekürzt werden.

Quellen: http://www.stifterverband.de, http://www.stiftung-mercator.de/

 

(14.05.2004)

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