Wissenswertes

Lehrer-Ausbildung für islamischen und orthodoxen Religionsunterricht

Im Laufe des Jahres 2004 starten an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster die beiden Lehramtsstudiengänge für die Erteilung orthodoxer und islamischer Religionslehre an öffentlichen Schulen.

Am 08.12.2003 wurde das für die neuen Studiengänge zuständige "Centrum für Religiöse Studien" (CRS) offiziell eröffnet. Das CRS soll der religionswissenschaftlichen Forschung und Lehre dienen, insbesondere der Vertiefung und Ausarbeitung von interreligiösen sowie interkulturellen Fragestellungen und Forschungsperspektiven. Auch sollen weitere Religionen wie zum Beispiel Hinduismus und Buddhismus in Forschung und Lehre einbezogen werden.
Die Ausbildung der Lehrer erfolgt zunächst in einem viersemestrigen Erweiterungsstudium. Vorraussetzung für die Aufnahme dieses Studiums sind: abgeschlossenes Hochschulstudium als Lehrerin / Lehrer oder derzeitiges Studium für Lehramt mit zwei regulären Fächern und die Muslimische Glaubenszugehörigkeit.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung möchte den islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache als reguläres Schulfach, gleichgeordnet dem christlichen Religionsunterricht, in NRW einführen. Dazu müssen allerdings die Muslime in NRW eine oder mehrere Religionsgemeinschaften bilden, die - ebenso wie die christlichen Kirchen - Ansprechpartner der Landesregierung sind, um sich gemeinsam auf Lerninhalte zu verständigen. Eine solche islamische Religionsgemeinschaft gibt es bisher nicht.

Da es der nordrhein-westfälischen Landesregierung bislang nicht gelungen ist, gemeinsam mit den verschiedenen islamischen Organisationen die Grundlagen für einen Religionsunterricht zu erarbeiten, wurde im Jahr 1999 ein Modellversuch mit dem religionskundlichen Fach "Islamische Unterweisung in deutscher Sprache" gestartet, an dem mittlerweile rund 90 Schulen teilnehmen.. Darüber hinaus wird Islamische Unterweisung im Rahmen des muttersprachlichen Unterrichts in Türkisch, Arabisch und Bosnisch erteilt. Die Islamische Unterweisung vermittelt religiöses Wissen über den Islam, ohne - wie z.B. der Religionsunterricht in den christlichen Konfessionen - den Glauben zu verkünden oder zum Glauben zu erziehen. Die Lehrerinnen und Lehrer haben ihre Ausbildung meistens in ihrem Heimatland gemacht und eine Zusatzausbildung in NRW durchlaufen.

Bis zur Einführung des islamischem Religionsunterrichts sollen die Angebote in Islamischer Unterweisung, vor allem im Unterricht in deutscher Sprache, wesentlich ausgeweitet werden.

(22.12.2003)

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