Wissenswertes

Abitur nach 12 Jahren Schule

In Bayern soll mit dem Schuljahr 2004/2005 für die Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufen 5 und 6 das 8-jährige Gymnasium eingeführt werden. Auch in fast allen anderen Bundesländern - mit Ausnahme von Brandenburg und Schleswig-Holstein - laufen zur Zeit die Vorbereitungen zur Einführung des 8-jährigen Gymnasiums.

Bayern möchte auf jeden Fall den hohen Standard der Gymnasien bewahren, die wesentlichen Bildungsinhalte aber in kürzerer Zeit als bisher vermitteln. Das achtjährige Gymnasium biete Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, Schüler intensiver zu fördern und Freiräume stärker zu nutzen so die bayerische Kultusministerien Hohlmeier.

Vor allem die deutsche Wirtschaft plädiert schon seit langem für eine Verkürzung der Ausbildungszeiten und für eine Anpassung der deutschen Schulzeit an europäischen Standard.
Dagegen befürchten Lehrer und Schüler eine Bildungskürzung, da das fehlende Schuljahr mit mehr Wochenstunden ausgeglichen werden muss. Schon jetzt liegt aber die Zahl der Wochenstunden in Deutschland unter dem Durchschnitt der anderen Industriestaaten. Um die zusätzlichen Wochenstunden anbieten zu können, müsste die Ganztagsschule flächendeckend eingesetzt werden. Hierfür müssten allein in Bayern in der gymnasialen Mittelstufe 1.500 neue Lehrer eingestellt werden.

Die GEW befürchtet eine Benachteiligung der schwächeren Schüler durch das höhere Lerntempo. Schülervertreter weisen darauf hin, dass im intensiveren Unterricht noch weniger Zeit für die Vermittlung von sozialen Kompetenzen vorhanden ist.

Doch zeigen sich alle Parteien kompromissbereit. Die GEW kann sich ein zwölfjähriges Gymnasium durchaus vorstellen, wenn die Schüler individueller gefördert werden. Auch der Philologenverband und die Schülervertreter befürworten eine Entschlackung der Lehrpläne und eine Verdichtung der Lerninhalte.

(11.12.2003)

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