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Kultusministerkonferenz wirbt für den Lehrerberuf

Die Lehrerschaft an deutschen Schulen ist überaltert, vier von zehn Lehrern werden in den nächsten zwölf Jahren in den Ruhestand gehen. Dem Nachwuchsmangel will die Kultusministerkonferenz (KMK) mit der Medienkampagne "Bildung - Unser Ticket in die Zukunft" begegnen.

Im Jahr 2015 müssten aller Voraussicht nach 371.000 freie Lehrerstellen neu besetzt werden, sagte die KMK-Präsidentin Karin Wolff (CDU) zum Start der Kampagne. Bis dahin hätten aber nur 296.000 Lehramtsstudenten ihr Referendariat absolviert, so dass 75.000 Lehrer fehlen würden.
Die bundesweite Medienkampagne soll nun Jugendliche für den Lehrerberuf begeistern und das Thema Bildung in der Öffentlichkeit noch stärker in den Mittelpunkt rücken. Bis Februar 2004 sind Plakate, TV-Spots, Zeitungsanzeigen und ein Internetauftritt geplant.

Der Lehrermangel zeichnet sich bereits seit vielen Jahren ab. Im Zuge der Bildungsexpansion in den siebziger Jahren hatten die Bundesländer auf einen Schlag ganze Absolventenjahrgänge eingestellt, so dass es anschließend zur "Lehrerschwemme" kam und nur noch wenige Hochschulabsolventen eine Chance im Schuldienst erhielten. Nun werden nach und nach die älteren Lehrer pensioniert.

Daher kommt nach Auffassung der Lehrerorganisationen die Kampagne deutlich zu spät. Darüber hinaus kritisieren sie, dass die Länder ihren Lehrern mehr Pflichtstunden aufbrummen und die Klassenstärken erhöhen. Zudem könne es nicht sein, dass ein studierter Referendar so viel verdiene wie ein Lehrling des Bauwesens im dritten Lehrjahr.
Die GEW-Vorsitzende Eva-Maria Stange ergänzte, dass der Lehrermangel nur durch erhöhte Ausbildungskapazitäten ausgeglichen werden könne. Wegen knapper Kassen würden jedoch im Osten derzeit sogar Lehramtsstudiengänge geschlossen.

Ob Abiturienten, wenn sie 2004 mit dem Lehramtstudium beginnen und fünf, sechs Jahre später aus den Unis kommen, tatsächlich in eine rosige berufliche Zukunft steuern, kann ihnen niemand garantieren. Als besonders aussichtsreich erscheinen das Lehramtsstudium für die Sekundarstufe I und für die Sekundarstufe II mit beruflichen Fächern. An Berufsschulen würden vor allem Lehrer mit den Fächern Wirtschaft/Verwaltung/Recht, Ingenieurwissenschaften und Informatik gesucht. An den Grundschulen sei der Bedarf nicht so ausgeprägt, dort gehe es vor allem um die Fächer Musik, Religion und Sport.


(04.12.2003)

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