Wissenswertes

Die Idee der "Selbstständigen Schule" überzeugt:
41 weitere Schulen aus den 19 Modellregionen NRWs sind in diesem Schuljahr neu in das Projekt eingestiegen und erhalten erweiterte Gestaltungsspielräume und größere Eigenverantwortung. Die Gesamtzahl der teilnehmenden Schulen an der 2002 gestarteten Reforminitiative "Selbstständige Schule" des Schulministeriums und der Bertelsmann Stiftung hat sich damit auf 278 erhöht.

Das mit dem Schuljahr 2002/2003 angelaufene Modellvorhaben "Selbstständige Schule" geht davon aus, dass die Schulen in vielen Fällen am besten wissen, was für sie richtig ist und dass sie in der Ausübung dieser Eigenverantwortung nicht durch ein Übermaß an bürokratischen Vorgaben behindert werden sollen. Unterstützt vom Projektmanagement, vom Schulträger und der Schulaufsicht gehen die Schulen neue Wege in Arbeitsfeldern Personalbewirtschaftung, Sachmittelbewirtschaftung, Unterrichtsorganisation und Unterrichtsgestaltung, Innere Organisation und Mitwirkung in der Schule

Das auf sechs Jahre angelegte Modellprojekt wird wissenschaftlich vom Institut für Schulentwicklungsforschung der Universität Dortmund und von der Arbeitsgruppe Bildungsforschung/Bildungsplanung der Universität Duisburg-Essen begleitet.

Eine erste Umfrage unter den beteiligten Schulen hat gezeigt, dass vor allem Gebrauch gemacht wurde von der Flexibilisierung der Stundentafel, neuen Formen der Unterrichtsdifferenzierung, der individuellen Förderung, der Leistungsbewertung, des Schulmanagements und der Schulmitwirkung. Einige Schulen sind beispielsweise vom vorgegebenen Stundenplan abgewichen und haben Kernfächer wie Deutsch und Mathematik durch zusätzliche Stunden gestärkt, um Defizite gezielt abzubauen. Es wurden Jahresstundenpläne entworfen. Für schwächere Schüler wurden Förderprogramme entwickelt - einige Schulen haben dies bereits so weit ausgebaut, dass sie das Sitzen bleiben abgeschafft haben. Weitere Schwerpunkte sind Selbstlernen in der Oberstufe und jahrgangsübergreifender- oder fächerübergreifender Unterricht. Fortbildungen zu einer systematischen, teamorientierten und die ganze Schule erfassenden Unterrichtsentwicklung sind in vielen Lehrerkollegien angelaufen oder in Planung.

Neu entwickelt wurden auch Formen der Leistungsbewertung, indem zum Beispiel zusätzlich zum Notenzeugnis besondere Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern zertifiziert werden - als Motivation für die Schüler, als Information für Eltern und als Zusatz bei Bewerbungen. Genutzt wurden auch die neuen Möglichkeiten des Schulmanagements, in dem Schulleiter gemeinsam mit Lehrerteams den Schulentwicklungsprozess steuern. Gleichzeitig übernahmen einige Schulleiter Dienstvorgesetztenfunktionen, so dass sie zum Beispiel Verträge mit Lehrkräften selbst schließen können und somit bürokratische Umwege über die Schulaufsicht wegfallen.

Einige Schulen erweiterten ihre Schulkonferenz durch ein Schülerparlament oder durch Vertreter aus Wirtschaft und Handwerk, mit denen die Schule kooperiert. So wurden die Schulen mit externen Partnern eng vernetzt. Bei all diesen Aktivitäten stehen die Schulen nicht allein, sondern werden von regionalen Steuergruppen unterstützt, die in den 19 Modellregionen regionale Bildungslandschaften entwickeln.

(23.10.2003)

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