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Wissenswertes
Die hessische
Kultusministerin Karin Wolff zieht nach erstem Durchgang der frühen
Deutschförderung eine positive Bilanz. Die
Anzahl der Vorlaufkurse, in denen überwiegend Kinder ausländischer
Herkunft noch vor der ersten Klasse Deutsch lernen sollen, ist seit
der Zwischenbilanz im Dezember 2002 um 36 auf nunmehr 605 gestiegen.
Die Anzahl der teilnehmenden Kinder erhöhte sich um 244 auf
4.850.
Bei der Anmeldung in
der Grundschule im Herbst 2002 waren erstmals verbindliche Deutschtests
mit den künftigen Grundschulkindern durchgeführt worden.
Dabei hatten die Schulen 5.041 Kinder für Vorlaufkurse empfohlen.
Nach aktueller Übersicht haben nur 191 Kinder (3,8 Prozent)
trotz Empfehlung keinen Vorlaufkurs besucht.
Mehr als 95 Prozent der Kinder in den Vorlaufkursen ist es gelungen,
die sprachlichen Grundvoraussetzungen zum Eintritt in die erste
Klasse zu erreichen. Nur 4,7 Prozent (229 Kinder) haben noch
Nachholbedarf und können zum Schuljahresbeginn nicht eingeschult
werden. Die Schulämter berichten, es habe sich hierbei überwiegend
um Kinder gehandelt, die Vorlaufkurse nicht regelmäßig
besucht haben.
Dass sich der Besuch
eines Vorlaufkurses für die Kinder nachweislich lohnt, wird
deutlich beim Blick auf die 191 Kinder, die trotz Empfehlung keinen
Vorlaufkurs besuchten: Von diesen werden jetzt lediglich 36 in die
erste Klasse gehen dürfen, für 155 beginnt das erste Schuljahr
erst im nächsten Jahr. Das entspricht einer Rückstellungsquote
von 81 Prozent. Die insgesamt 384 Kinder, die nun wegen mangelnder
deutscher Sprachkenntnisse von der ersten Klasse zurückgestellt
werden, werden im Schuljahr 2003/04 zum Besuch von Sprachkursen
verpflichtet.
Vorlaufkurse sollten
von Kindern besucht werden, deren Deutschkenntnisse so gering sind,
dass sie bei Schuleintritt große Probleme hätten, die
Lehrkraft und Mitschülerinnen und Mitschüler verstehen
und dem Unterricht sprachlich folgen zu können. Auch wenn hier
in der Regel eher Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache betroffen
sind, schließt diese Regel nicht aus, dass Vorlaufkurse von
Kindern besucht werden können, die Deutsch als Erstsprache
sprechen.
Zur Erinnerung:
Kultusministerin Karin Wolff hatte das Einschulungsverfahren im
Zuge der Reform des Hessischen Schulgesetzes im Jahr 2002 neu geregelt.
Seither werden schon bei der Anmeldung in der Grundschule gezielt
die Deutschkenntnisse der Kinder getestet. Zeigt sich hierbei, dass
das Kind die deutsche Sprache praktisch nicht versteht und sich
nicht auf Deutsch verständigen kann, wird den Eltern dringend
empfohlen, es in einen der für sie kostenlosen, freiwilligen
Vorlaufkurse zu geben. Auch der Anmeldetermin in der Grundschule
für alle Kinder liegt nun ein halbes Jahr früher als bislang
- statt im Frühling bereits im Herbst des Vorjahres. Damit
haben die Kinder etwa ein Dreivierteljahr Zeit für den Besuch
von Vorlaufkursen. Weil die Kinder bei der Schulanmeldung noch nicht
schulpflichtig, d.h. jünger als sechs Jahre alt sind, kann
der Besuch eines Vorlaufkurses zu diesem Zeitpunkt lediglich empfohlen,
nicht aber angeordnet werden.
Übersicht über Aufnahme und Zurückstellung der
für Vorlaufkurse empfohlenen Kinder:
- empfohlen 5.041 Kinder
- teilgenommen 4.850 Kinder davon 4.621 (95,3 %) in die 1. Klasse
und 229 (4,7%) zurückgestellt
- nicht teilgenommen 191 Kinder davon 36 (19%) in die 1. Klasse
und 155 (81%) zurückgestellt
(22.07.2003)
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